Fünf Dinge, die Du durch Tai Chi unbewusst lernst

Meistens kommt man wegen körperlicher Beschwerden oder Stress zum Tai Chi. Je länger Du jedoch Tai Chi praktizierst, desto mehr entdeckst Du weitere Learnings. Wenn Du regelmäßig trainierst, wird Tai Chi ein Teil Deines Lebens. Und dadurch begegnet Dir Vieles aus dem Alltag auch in Deiner Tai Chi Praxis. Wie Du damit im Training umgehst, kann Dir dann auch in Deinem Alltag helfen.

Geduld

In der heutigen Zeit wollen Alle schnelle Ergebnisse. Wenn Du mit Tai Chi beginnst, kann es sein, dass Du ungeduldig wirst, da die Choreographie der Form noch nicht so sitzt, wie Du es gerne hättest oder dass die Rückenschmerzen nach ein paar Wochen zwar besser aber noch nicht ganz weg sind. Mit zunehmender Übungspraxis merkst Du, wie Deine Geduld mit Dir und Deinem Körper steigt und Tai Chi Dein individueller Weg ist, der genau die Zeit braucht, die er eben braucht. Du stellst Dich einfach hin und legst los, ohne Druck, ohne Erwartung.

Gelassenheit

Die körperlichen und insbesondere mentalen Anforderungen an das Tai Chi Training steigen mit dem Übungsfortschritt. Am Anfang geht es hauptsächlich um Bewegungen, um Choreographie oder um das Erkennen von Verspannungen im Körper. Nach einiger Zeit kommen die Vertiefungsstufen hinzu. Das ist eine neue Herausforderung im Verstehen und in der Umsetzung. Der eigene Trainingsfortschritt ist hier oftmals nicht linear sondern stark schwankend und sehr individuell. Da kann es schon mal frustrieren, wenn man dachte, man hätte etwas verstanden und dann merkt, dass dem wohl doch nicht so ist. Oder man hat das Gefühl, dass die Übungspartner das Prinzip scheinbar besser in ihr Training integrieren können. Diesen Tücken kannst Du jetzt nur mit Gelassenheit begegnen und beharrlich weiter trainieren. Der Zeitpunkt, an dem auch bei Dir der Knoten platzt wird sicher kommen.

Konzentration

Anders als beim Joggen oder im Fitnessstudio kannst Du beim Laufen der Form nicht nebenher fernsehen, Musik hören oder ähnliches. Ganzheitlichkeit bedeutet hier schlicht Körper und Geist sind gleichermaßen gefordert. Im Hier und Jetzt. Der Geist steuert die Bewegung bewusst und überprüft die Prinzipien im selben Moment. Die Form verzeiht nicht, wenn Du abgelenkt bist. Du merkst es direkt. Mit jedem Training trainierst Du Deine Konzentrationsfähigkeit, die, wie ein Muskel, stärker und stärker wird. Auf Wiedersehen „Gedankenkarussell“.

Selbstwirksamkeit

Deine Körperwahrnehmung nimmt zu. Du lernst Verspannungen zu spüren und zu lösen. Jederzeit. Du spürst Fehlhaltungen und korrigierst sie. Sofort. Du merkst, wie Gedanken Dich gerade ablenken und konzentrierst Dich. Jetzt. Du lernst Selbstwirksamkeit. Du erfährst, dass Dein Körper und Dein Geist in Deinem Einflussbereich liegen und Du sie tatsächlich aus eigener Kraft steuern kannst. Diese Erfahrung und das Vertrauen in Deine eigenen Fähigkeiten überträgst Du bewusst oder unbewusst auf andere schwierige Situationen und Herausforderungen.

Vertrauen

Vertrauen bedeutet Kontrollverlust. Die Kontrolle zu verlieren ist kein gutes Gefühl. Im Tai Chi ist Vertrauen notwendig um zu lernen und zu wachsen. Du hast zu Beginn keine wirkliche Ahnung von Tai Chi. Da helfen auch keine Bücher oder das Internet. Du musst Deinem Lehrer vertrauen und Dich von ihm führen lassen. Später musst Du deiner Wahrnehmung vertrauen, um tiefer in das Tai Chi einzusteigen. Bei den Partnerübungen musst Du Deinem Gegenüber vertrauen, dass er mit Dir wohlwollend trainiert. Mit der Zeit entwickelst Du Vertrauen, in Deinen Lehrer aber vor allem in Dich und Deine Wahrnehmung. Mit jeder Partnerübung steigt das Vertrauen, dass Du auch unter Stress Deine Fähigkeiten abrufen kannst.

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