Kapitel 78

Nichts auf Erden ist so weich und schwach
wie das Wasser.
Dennoch, im Angriff auf das Feste und Starke
wird es durch nichts besiegt:
Das Nicht-Sein macht ihm dies leicht.
Schwaches besiegt das Starke;
Weiches besiegt das Harte.
Niemand auf Erden, der das nicht weiß,
Niemand, der ihm zu folgen vermag.

Lao-tse, Tao-Tê-King, Kapitel 78 (ca. 500 v. Chr.)

Was ist Tai Chi Chuan?

fließende Bewegung - innere Kraft - Unsterblichkeit

>> Link zu einem Video-Beitrag des TV Mittelrhein über Tai Chi



Tai Chi Chuan ist Meditation in Bewegung und stellt eines der vollständigsten gesundheitsorientierten Übungssysteme überhaupt dar. Tai Chi Chuan ist ein ganzheitliches, traditionelles Trainingsprogramm für Körper, Geist und Psyche, das auf den wissenschaftlichen und philosophischen Errungenschaften der chinesischen Kultur aufbaut.

Die Philosophie, die dem Tai Chi Chuan zugrunde liegt, ist der Taoismus. Er entwickelte sich in China am Ende der Chou-Dynastie (ca. 1030-480 v. Chr.) und in der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.).

Taoismus vereint zwei unterschiedliche, aber dennoch zusammenhängende Traditionen: eine philosophische Schulrichtung - als deren Hauptvertreter Lao-tse und Chuang-tse gelten - und den religiösen Taoismus. Die ursprünglichen Heilsvorstellungen des religiösen Taoismus richten sich auf „Langlebigkeit" und „Unsterblichkeit". Die Anhänger dieser Vorstellungen waren regelrechte Experten für Techniken zur Pflege des menschlichen Lebens. Dazu gehörten etwa Atemtechniken, Gymnastik, Kampftechniken, Diätetik und Sexualpraktiken.

Aus dieser spezifischen Verbindung von Philosophie, Religion und Medizin, ist das Tai Chi Chuan & Chi Kung hervorgegangen und im Verlauf der Jahrhunderte immer weiter entwickelt worden.


"Nähre Dein Selbst in dir,
still und ruhig in der Leere,
und verbirg das Licht an der Quelle,
das deinen ganzen Körper erleuchtet.
Verschließe deinen Mund,
halte den spirituellen Trunk im Inneren zurück,
verschlucke alle Sinne,
und wache über die zarte Perle.
Betrachte es dort, das Nicht-Offenbare -
So nahe vor dir, so leicht zu finden.
Praktiziere eifrig,
Tag und Nacht, ohne Unterlaß,
zügle drei Jahre lang deinen Appetit, und du wirst leicht und streifst weit umher.
Du gehst durchs Feuer und verbrennst dich nicht,
du gehst durchs Wasser und benetzt dich nicht;
du kannst wählen zwischen Sorgfalt und Nachlässigkeit,
und in Glückseligkeit wachsen, ohne Trauer zu verspüren.
Der Pfad kommt an ein Ende, die Kraft ist erlangt,
und im Verborgenen erwartest du die Stunde,
in der das große Eine selbst dich ruft,
auf dass du dich niederlässt auf der einsamen Insel.
Ist dann dein Werk vollendet, erhebst du dich,
und dein Name erscheint im Buch der Unsterblichen."

Wei Boyang, Cantong Qi, Kapitel 11 (ca. 120 n. Chr.)


Auf körperlicher Ebene trainiert der Tai Chi-Übende Kraft und Fitness, Beweglichkeit, Koordination. Er übt sich zudem in tiefer Atmung, Sensibilität und Entspannung. Auf psychischer Ebene trainiert er: Ruhe und Gelassenheit, Aufmerksamkeit und Konzentration, innere Balance und Stabilität.

Das organisierte Zusammenspiel dieser einzelnen Elemente führt schon nach kurzer Zeit zu außergewöhnlichen Trainingserfahrungen, etwa einem intensiveren Selbstbezug und mühelosere Selbstwirksamkeit.

Die zentrale Übung im Tai Chi Chuan ist die so genannte Form. Die Form ist ein ruhiger und fließender Bewegungsablauf. Die reichhaltigen Übungsprinzipien, die innerhalb der Form trainiert werden, führen jeden Übenden nach und nach zu größerer körperlicher und psychischer Gesundheit und somit zu wesentlich größerem Wohlbefinden und besserer Belastbarkeit. Dabei stärkt der Übende seine Gesamtkonstitution und optimiert seine Stressbewältigungskompetenzen.

Im Kontakt mit anderen erfährt der Übende, wie sich trotz der Weichheit der Bewegungen eine außergewöhnliche Kraft entwickelt.

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