Kapitel 11

Nähre Dein Selbst in dir,
still und ruhig in der Leere,
und verbirg das Licht an der Quelle,
das deinen ganzen Körper erleuchtet.
Verschließe deinen Mund,
halte den spirituellen Trunk im Inneren zurück,
verschlucke alle Sinne,
und wache über die zarte Perle.
Betrachte es dort, das Nicht-Offenbare -
so nahe vor dir, so leicht zu finden.

Wei Boyang, Cantong Qi, Kapitel 11 (ca. 120 n. Chr.)

Was ist taoistische Meditation?

Wache Gelassenheit - Aufrechte Haltung - Innere Bewegung

Das Nei Kung System umfasst das gesamte innere taoistische Übungssystem. Ein Baustein davon ist die taoistische Meditation. Sie zielt ab auf Ruhe, Konzentration, Wahrnehmung und Wille und stärkt so die psychische Vitalität. Die verschiedenen meditativen Übungen des Nei Kung-Systems können im Stehen, Sitzen, Liegen, in Ruhe und auch in Bewegung (z.B. in der Tai Chi Chuan Form) ausgeführt werden. Fortgeschrittene üben sie gar zu zweit innerhalb von Partnerübungen.

In taoistischen Meditationssystemen, z.B. in dem der „Acht Körper", macht der Übende sich mit verschiedenen Bewusstseinszuständen und vielseitigen Körperwahrnehmungen (Jing, Chi, Yi, Hsin) vertraut. Sie ermöglichen es ihm, sein körperliches und seelisches Gleichgewicht schrittweise zu verbessern. (siehe Gesundheitliche Wirkung). Dabei ist das Erlernen einer aufrechten Körperhaltung eine erste wesentliche Voraussetzung.

Eine andere Konzeption der taoistischen Meditation beschäftigt sich mit dem Erlebnis des Yuan Chi (Ursprungsenergie) im Zustand des Wu Wei (nicht wider der Natur handeln).

Dabei gilt es, die innere Ruhelosigkeit nicht zu bekämpfen, sondern sie als ein Zeichen von seelisch-geistiger Vitalität anzunehmen. Denn wirkliche und tiefe Ruhe kann immer nur Ruhe in Bewegung sein. Die taoistische Meditation erschafft sozusagen ein Forum für den Freundschaftsschluss mit der eigenen inneren Bewegung, die unsere Lebenskraft ausmacht, und die sich solange wir leben zwangsläufig immer in uns bewegen muss.

Durch den Zustand des Wu Wei (des Nicht-Handelns) schließlich, weichen das Bemühen um Kontrolle und der Zwang zum Handeln einer tiefen Gelassenheit. Eine solche Meditation hat zur Folge, dass man sich nicht nur kurzfristig erholt, sondern zusätzlich seinen Selbstbezug dauerhaft verbessert. Eine gute Voraussetzung, um Stress gesünder und belastbarer zu bewältigen.

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