Gesang auf den Strom

Wenn ich den Pinsel in Verzückung fälle,
erzittern die fünf heiligen Berge rings im Reich.
Ein Schrei, ein Lachen, wenn das Lied vollendet:
Es dringt in Paradiese, göttergleich.
Denn sieh, die Strophen Tjü Pings leuchten
Gleich Mond und Sonne noch in Herrlichkeit;
Die Schlösser seines Königs aber sanken
Als dunkle Hügel in Vergessenheit.

Li Bo ( 701-762 n. Chr.)

Die Geschichte des Tai Chi Chuan

Natur - Mystik - Aufklärung

Der so genannte Yang-Stil ist wahrscheinlich der bekannteste aus einer Reihe unterschiedlicher Familien-Stile des Tai Chi Chuan. Seine Ursprünge liegen im Dunkeln, da keine eindeutigen historischen Quellen vorliegen, doch lassen sich viele Übungen bis in die Jahrhunderte vor Christi Geburt zurückverfolgen.

Der Legende nach entwickelte der taoistische Mönch Chang San-Feng im 13. Jahrhundert in seiner Einsiedelei im Wudang Gebirge Tai Chi Chuan als Synthese verschiedener Kampf- und Gesundheitsübungen. Die Idee soll entstanden sein, als Chang San-Feng eine Schlange und einen Kranich beim Kampf beobachtete.

Gemäß der chinesischen Mythologie erhielt Chang San Feng sein spirituelles Wissen vom Himmelsherrscher des Nordens Xuanwu. Dieser gilt als Beschützer des Wassers und der Dunkelheit sowie als „Herrscher der Himmel des unergründlichen Polarsterns". Auf bildlichen Darstellungen (s.u.) wird er begleitet von einer Schlange und einer schwarzen Schildkröte.

Ausgehend von Chang San-Feng entwickelten sich bis heute mehrere Stilrichtungen, von denen die Familien Chen, Yang, Wu und Sun sowie die taoistischen Klöster des Wudang Gebirges die größten Schulen hervorgebracht haben.

Als Begründer des Yang-Stils gilt Yang Lu-Chan (1799-1882). Er hatte das große Glück, von Jiang Fa und Chen Chang-Hsing (1771-1853) in die Geheimnisse des Tai Chi Chuans eingewiesen zu werden. Daraus entwickelte er seinen eigenen Stil, mit dem es ihm gelang, in zahlreichen Kämpfen mit überragenden Meistern anderer Kampfkünste unbesiegt zu bleiben. Er brach mit der Tradition, die vorschrieb, die Künste des Tai Chi Chuans nur innerhalb der Familienlinie weiterzugeben.

Die Überlegenheit und die Erfolge Yang Lu-Chans beeindruckten den chinesischen Kaiser so sehr, dass er ihn als Lehrer an den kaiserlichen Hof berief. Noch zuvor hatte Lu-Chan begonnen, Tai Chi Chuan öffentlich zu unterrichten und den Wert dieser Bewegungskunst für die Gesundheit zu betonen. Er war der erste Tai Chi Lehrer, der sein Wissen auch außerhalb der Klostermauern weitergab. Heute gilt er als Begründer des Yang-Stils.

Sein Enkel Yang Chen-Fu (1883-1936) verbreitete diesen Stil im gesamten China und machte ihn so berühmt, dass er heute der weltweit bekannteste Tai Chi Chuan-Stil ist (zur Geschichte des Tai Chi Chuan s. Literaturhinweise).

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